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Psychotherapien
auf dem Prüfstand

T'AI-CHI, T'AI-CHI-CHUAN

| Geschichte und Konzept | Übungsablauf | Anwendungsbereiche | Kritik| Bibliographie |


Quelle: Krista Federspiel, Ingeborg Lackinger Karger: "Kursbuch Seele"; Verlag Kiepenheuer & Witsch, 1. Auflage, Köln 1996
...........Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlages Kiepenheuer & Witsch


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Mein Chef hatte mich den ganzen Tag gequält. Abends schlüpfte ich in meinen bequemen Baumwollanzug und holte zu kraftvoller Bewegung aus — ich kämpfte gegen den abwesenden Feind. Ich hatte den Eindruck, daß ich mich dabei entspannen könnte. Deshalb absolvierte ich den ganzen T'ai-Chi -Kurs, und ich übe nun regelmäßig daheim. Mit dem Streß komme ich seither deutlich besser zurande, aber gegen die ungerechtfertigte Behandlung werde ich mich wehren müssen. Ob mir das gelingen wird?

 

 

vikas /T'ai-Chi, T'ai-Chi-CHuan
Geschichte und Konzept

Die ältesten schriftlichen Dokumente über T'ai-Chi stammen aus dem ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Es gibt unzählige Stilrichtungen des T'ai-Chi, die von verschiedenen Schulen überliefert wurden und Bestandteil der chinesischen Volksmedizin sind. In China praktizieren täglich Millionen Menschen T'ai-Chi, das hierzulande auch »Schattenboxen« genannt wird.

Diese Bewegungskunst soll - ähnlich dem -> Qigong - den Fluß der Chi-Energie (T'ai-Chi bedeutet Höchste Energie) anregen, indem sie die gegensätzlichen Pole Yin und Yang harmonisiert. In stilisierter Form stellt die Übungsfolge den Kampf mit einem imaginären Gegner dar. Die einzelnen Bewegungen lassen sich als Angriffs- beziehungsweise Rückzugs- oder Verteidigungsgebärden deuten, mit denen die Energie des Gegners aufgefangen werden soll.

Im deutschsprachigen Raum gehört T'ai-Chi — und seine zahlreichen Varianten - seit Anfang der 80er Jahre zum Standardprogramm vieler Volkshochschulen und Therapiezentren. Verschiedene private Schulen bilden T'ai-Chi-Lehrerlnnen nach unterschiedlichen Kriterien aus. Ein übergeordneter Berufsverband existiert nicht.

 

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vikas / T'ai-Chi, T'ai-Chi-CHuan
Übungsablauf

T'ai-Chi wird meist in Gruppenkursen erlernt. KursteilnehmerInnen üben, die vorgeführten Körperbewegungen in exakt choreographierter Abfolge ineinanderfließen zu lassen, und führen sie, dem Rhythmus des Atems folgend, in meditativem Zeitlupentempo aus. Auf eine »männliche« Yang-Bewegung folgt stets eine »weibliche« Yin-Bewegung und umgekehrt.

Je nach Stilrichtung umfaßt die gesamte Übungsfolge des T'ai-Chi zwischen 30 und 150 Einzelbewegungen, der Ablauf dauert zwischen fünf und fünfzehn Minuten.

Einzelne Elemente des T'ai-Chi sollen für einen tatsächlichen Zweikampf verwendbar sein. Daher wird T'ai-Chi auch als Kampfkunst beschrieben.

 

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Anwendungsbereiche

Die besinnlichen Bewegungen des T'ai-Chi, unterstützt durch die sich vertiefende Atmung, helfen, sich zu entspannen. Sie fördern die Entwicklung von Körperbewußtsein und können psychosomatischen Erkrankungen vorbeugen. Darüber hinaus wird behauptet, daß regelmäßiges Ausüben von T'ai-Chi organische Krankheiten und psychosomatische Störungen - insbesondere Impotenz, Frigidität und Sterilität — beseitigen könne und daß die durch T'ai Chi erworbene Harmonie von Geist und Körper tiefen Seelenfrieden bringe.

 

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Kritik

Es fehlen seriöse Dokumentationen über  die  therapeutische  Wirksamkeit von T'ai Chi, die Heilsversprechen gelten Medizinern als überzogen.

T'ai-Chi-Chuan (Höchste Energie der  Faust)  entspricht  weitgehend  der -> Budo-Disziplin des Kung-Fu. Es ist fraglich, ob psychosomatische
Störungen  durch  eine  Kampftechnik beseitigt werden können.

Das Meister-Schüler-Prinzip kann zu Abhängigkeiten führen.

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Bibliographie

 

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 ©    Edition VIKAS 2008