federspiel2V I K A S
Psychotherapien
auf dem Prüfstand

POLARITÄTSTHEORIE

| Geschichte und Konzept | Therapieablauf | Anwendungsbereiche | Kritik| Bibliographie |


Quelle: Krista Federspiel, Ingeborg Lackinger Karger: "Kursbuch Seele"; Verlag Kiepenheuer & Witsch, 1. Auflage, Köln 1996
...........Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlages Kiepenheuer & Witsch


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Die Stille während dieser Behandlung wirkte so entspannend, daß ich einschlief. Das einzige, woran ich mich erinnere, ist ein seltsames Kribbeln. Wie lange die Entspannung wohl anhalten wird?

 

vikas / Polaritätstheorie
Geschichte und Konzept

Das Interesse am Elektromagnetismus und an okkulten Experimenten hat den Österreicher Randolph Stone (1890-1981) in den 30er Jahren zu seinem Konzept für die Polarity-Massage inspiriert, die auch »Polaritätstherapie« genannt wird. Stone arbeitete in England als Chiropraktiker. Mit der New-Age-Welle kam Polarity in den deutschen Sprachraum und wurde zur Modetherapie. Die Massagetechnik wird in vielen Gruppenzentren angeboten und unkontrolliert von einem zum anderen Praktiker weitergegeben.

Sie beruht auf Stones Vorstellung, daß der Körper des Menschen von kosmischer Lebensenergie durchzogen ist, die — wie elektrischer Strom - zwischen zwei Polen fließt: vom positiven Pol am Kopf zu den negativen Polen an den Füßen. Die linke Körperhälfte soll negativ geladen sein, die rechte positiv. Falsche Ernährung, negative Lebenshaltung und Krankheiten bewirken — so meint Stone — einen Energiestau, der Schmerzen und Mißbehagen verursacht. Durch Polarity wird er aufgelöst. Für die praktische Arbeit der MasseurInnen entwarf Stone eine Magnetfeldkarte des menschlichen Körpers.

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vikas / Polaritätstheorie
Therapieablauf

Polarity-Therapeutlnnen fordern ihre KlientInnen auf, sich vor der Behandlung im Liegen zu entspannen, tief zu atmen und die »Emotionen zu beruhigen«, um die Wirkung von Polarity zu verstärken.

Die Massage erfolgt entweder mit nur leichtem Druck oder sogar ohne Kontakt, das heißt, daß der Masseur den Körper nicht berührt, sondern seine Hände in geringem Abstand darüberstreichen läßt. Vorher reibt er die Hände aneinander, um sie mit Energie »aufzuladen« — wie es die Polarity-Theorie vorschreibt. Nun hält er sie jeweils über eine gegensätzlich aufgeladene Körperregion, um die Ladung umzupolen und den »Stromkreis des Körpers zu schließen«.

Üblicherweise werden drei bis vier Sitzungen zu je eineinhalb Stunden sowie auch Wochenendworkshops angeboten.

 

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Anwendungsbereiche

Polarity-Massage  soll  zu  Schmerzfreiheit  sowie  zu  körperlicher,  geistiger und seelischer Ausgeglichenheit führen.

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Kritik

Stones Lehre von der Magnetfeldaufladung   und   der   Schließung   des Stromkreises   im   Körper  widerspricht naturwissenschaftlichen Erkenntnissen.

Polarity-Massage   kann   um   so wohltuender   wirken,   je   größer   die Erwartungshaltung der Klienten ist (-> unspezifische Wirkfaktoren). Die Entspannung und Beruhigung wird ihnen von den TherapeutInnen jedoch als  Eigenleistung  abverlangt.   Polarity ist nicht geeignet zur Behandlung von seelischen Störungen.

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Bibliographie

 

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 ©    Edition VIKAS 2008