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Psychotherapien
auf dem Prüfstand

GRAPHOLOGIE

| Geschichte und Konzept | Kritik | Bibliographie |


Quelle: Krista Federspiel, Ingeborg Lackinger Karger: "Kursbuch Seele"; Verlag Kiepenheuer & Witsch, 1. Auflage, Köln 1996
...........Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlages Kiepenheuer & Witsch


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vikas / Graphologie
Geschichte und Konzept

Die unverwechselbare Charakteristik der Handschrift regte schon in der Renaissance zur Deutung an. Der Franzose Jean Hippolyte Michon (1806-1881) entwickelte erstmals ein System zum Vergleich von Schriftzügen und Charaktermerkmalen. Verschiedene Schulen beschäftigten sich in der Folge mit Graphologie, vereinzelt wurden Schriftdeutungen in der Psychiatrie zur Diagnostik eingesetzt, und man versuchte sogar, Angeklagte aufgrund des graphologischen Charakterbildes zu überführen.

Seit Beginn dieses Jahrhunderts wurde Graphologie an Universitäten gelehrt und gehörte bis in die 60er Jahre zum selbstverständlichen Handwerkszeug der Psychologie. Erst 1970 wurde sie endgültig aus der Wissenschaft verbannt und von da an nur noch in esoterischen Zirkeln betrieben.

Das einschlägige Wissen kann man heute aus den Büchern der verschiedenen graphologischen Richtungen erlernen. Vor allem Laien bieten graphologische Gutachten an, und neuerdings greifen einige PsychologInnen wieder auf diese Methode zurück. Jeder zehnte Arbeitgeber läßt Bewerbungsschreiben - nicht immer mit Wissen der AntragstellerInnen — graphologisch begutachten.

Schriftbilder sind in hohem Maß persönlich, es gibt keine »Doppelgängerhandschrift«, darauf gründet sich die Vorstellung, man könne an den Schriftzügen die Persönlichkeit erkennen. Es werden die Zeilenführung und die Druckstärke der Schrift, ihre Lage, der Bewegungsschwung, die Schriftgröße, Bindung und Form einzelner Buchstaben, Schleifenbildung und anderes mehr charakterologisch gedeutet. So soll etwa eine steile Schrift einen aufrechten Charakter signalisieren, Linksneigung aber Ichbezogenheit und lange Unterlängen heftige Sexualität.

 

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vikas / Graphologie
Kritik

Durch Forschungsarbeiten ist gesichert, 
daß  graphologische  Persönlichkeitsbilder lediglich zufällige Aussagen liefern.  Bei  Experimenten  stellte  sich heraus, daß Arbeitskolleginnen die Persönlichkeit   von   Bekannten   genauer beschreiben  können  als  Graphologinnen.

Graphologie ist weder zur Beurteilung der Intelligenz noch des Charakters geeignet und kann keine seriösen Aussagen über die Berufseignung liefern.

 

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vikas /Graphologie
Bibliographie

 

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 ©    Edition VIKAS 2008