V    I   K   A   S -  I N F O T H E K  

Psychomarkt/Esoterik -> Hintergrundwissen
Der direkte LINK:| VIKAS -Regional| VIKAS -Spezial | VIKAS-Infothek-Übersicht |VIKAS info - der aktuelle Klick| WHO`S WHO der ESOTERIK | WHO`s WHO mitgestalten | Aktuelle Umfrage |

  

 

GWUP fordert die Einhaltung wissenschaftlicher Standards in der Medizin

Aus einer Pressemitteilung der „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften“aus dem Jahre 2002
Wolfgang Rühle / 04.03.2009


(Diese Erklärung wurde am 6.9.2002 von der GWUP als Pressemitteilung herausgegeben und an alle im damaligen Bundestag vertretenen Parteien verschickt. Eine Reaktion seitens der letzteren erfolgte bislang nicht...)

 

 

Die GWUP stellt mit Sorge fest, dass sich weltweit Politik und Behörden dem Druck von Interessengruppen beugen, die wissenschaftlichen Standards für medizinische Therapieverfahren abzuschwächen, abzuschaffen oder bestimmte medizinische Richtungen von der erforderlichen Qualitätssicherung auszunehmen.

 

Dies gilt in besonderem Maße für Deutschland.

 

Für die GWUP ist es unverständlich, dass sich die so genannten ´„besonderen Therapie-Richtungen“, wie Homöopathie und anthroposophische Medizin, einer kritischen wissenschaftlichen Prüfung entziehen können, weil ihnen vom Gesetzgeber ein Sonderstatus zugebilligt wurde. Es sei daher ausdrücklich darauf hingewiesen, dass in zahlreichen, qualitativ hochwertigen wissenschaftlichen Untersuchungen die Wirksamkeit homöopathischer Präparate - über Placeboeffekte hinaus - bisher nicht nachgewiesen werden konnte. Auch für die Mistelextrakte der anthroposophischen Medizin, die seit fast 80 Jahren in großem Umfang bei Tumorpatienten eingesetzt werden, steht der Wirksamkeitsnachweis immer noch aus und ist das Risikopotential (z.B. die Stimulation des Tumorwachstums) nicht geklärt. Die ernüchternden Ergebnisse werden von den Vertretern dieser medizinischen Richtungen ignoriert oder geleugnet, obwohl sie teilweise an den Untersuchungen mitgewirkt oder sich finanziell daran beteiligt hatten. Sie bewerben ihre Angebote weiterhin mit unhaltbaren Heilungsversprechen.

 

Die GWUP spricht sich nicht grundsätzlich gegen Homöopathie und anthroposophische Medizin aus. Sie fordert jedoch, dass für alle Therapieformen die gleichen Maßstäbe hinsichtlich wissenschaftlicher Grundlage und Sicherheit für die Patienten (Wirksamkeitsnachweis und Offenlegung der Nebenwirkungen) gelten müssen.

 

Über Nahrungsergänzungsmittel und Medizinprodukte, aber auch viele medizinische Dienstleistungen erhalten Verbraucher und Patienten keine zuverlässigen Informationen, was die Produkte und Methoden - oft abweichend von den Behauptungen der Anbieter - tatsächlich leisten und welche Risiken unter Umständen damit verbunden sind. Bisher gibt es in den angesprochenen Problemfeldern weder Produktsicherheit noch Schutz vor Irreführung,gesundheitlichem Schaden oder finanzieller Ausbeutung.

 

Angesichts dieser Fehlentwicklung sehen wir im Sinne des Verbraucherschutzes dringenden politischen Handlungsbedarf. Für die kommende Legislaturperiode fordert die GWUP daher diePolitiker und damit den Gesetzgeber auf, im Interesse des Patienten- und Verbraucherschutzes folgende Regelungen zu treffen:

 

Für die Zulassung aller Arzneimittel sowie diagnostischen und therapeutischen Methoden sind die gleichen Standards auf hohem wissenschaftlichen Niveau gesetzlich festzulegen. Ausnahmen, wie sie derzeit noch für so genannte „besondere Therapierichtungen“ gelten, sind wissenschaftlich nicht zu begründen und daher abzuschaffen.

 

So genannte „alternative“ oder „komplementäre“ Methoden sind an denselben Standards zu messen, wie sie

heutzutage in der wissenschaftlich fundierten Medizin gelten. Wir erwarten insbesondere, dass keine Abstriche bei der Arzneimittelsicherheit gemacht werden, auch wenn mit wirtschaftlichen Interessen oder Verlust von Arbeitsplätzen argumentiert wird.

 

Dies gilt unabhängig davon, ob derartige Vorstöße seitens der „alternativen“ oder „konventionellen“ Medizin erfolgen. Um die Verbraucher vor irreführender Werbung zu schützen, sind im Bereich der Lebensmittel (funktionelle Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel etc.) und der Medizinprodukte gesetzliche Regelungen und Durchführungsbestimmungen, insbesondere hinsichtlich der Kontroll- und Sanktionsmöglichkeiten, zu prüfen und gegebenenfalls zu verbessern.

 

GWUP/rs

 

 

 

Bibliographie